Bastia

Die Hafenstadt Bastia liegt an der Nordostküste Korsikas, am Fuß des Pigno-Massivs. Bastia ist die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Département Haute-Corse und mit dem größten Hafen der Insel auch wirtschaftliches Zentrum Korsikas. Bastia ist Ausgangspunkt für alle Korsika-Urlauber, die entweder mit der Fähre aus Italien anreisen oder z.B. aus Deutschland mit German Wings über den Flughafen Bastia nach Korsika fliegen. Für viele Touristen ist Bastia ein Durchgangsort auf dem Weg zu ihrem Urlaub in Korsika, dabei hat Bastia mit seiner Zitadelle, seinen alten Häusern rund um den lebhaften Yachthafen, und der mit Palmen bestandenen Place Saint-Nicolas mit seinen Restaurants und Cafés den Reisenden viel an mediterranem Flair zu bieten. Bastia ist die am wenigsten vom Tourismus geprägte Stadt in Korsika und vielleicht gerade deshalb unbedingt einen Besuch während der Korsika-Reise wert. Außerdem ist sie Ausgangspunkt für eine Tagestour um das Cap Corse.

Sehenswürdigkeiten in Bastia

Mittelpunkt des Lebens in Bastia ist der Place Saint-Nicolas gleich gegenüber dem Fährhafen. Er wurde im 19. Jahrhundert angelegt und ist ca. 300m lang und 100m breit und von Platanen und Palmen bestanden. In den Cafés und Restaurants an seiner Ostseite kann man das ganze Jahr über draußen sitzen und den großen Fährschiffen beim Einlaufen zusehen. Hier trifft man sich zum Plaudern und Flanieren, zum Boules-Spiel oder einfach nur zum Sehen und Gesehenwerden. Westlich des Platzes verläuft der Boulevard Paoli, Haupteinkaufsstraße der Stadt. Südlich des Platzes beginnt die Altstadt, die Terra Vecchia, mit ihren hohen engen Häusern und steilen Gassen mit vielen kleinen Lokalen und Geschäften, die sich an drei Seiten um den alten Hafen, den Vieux Port, schmiegen. Zentrum der Altstadt ist der Marktplatz, der Place du Marché, mit dem Rathaus. Zwei kleine Barockkirchen in der Altstadt sind einen Besuch wert, nämlich die Chapelle Saint-Roche in der Rue Napoleon und die Chapelle de l’Immaculée Conception in der Rue des Terrasses. Das beeindruckendste Barockbauwerk in Bastia und gleichzeitig die größte Kirche Korsikas ist aber die doppeltürmige Kirche Saint-Jean-Baptiste aus dem 17. Jahrhundert, die als Wahrzeichen der Stadt über dem alten Hafen thront und die jedem Reisenden, der mit der Fähre in Bastia ankommt,  als erstes ins Auge fällt. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Bastia ist die Zitadelle in der Terra Nova. Der schönste Weg dorthin  führt  über eine Treppe vom Jardin Romieu aus nach oben. Die Zitadelle ist eine eigene Festungsstadt mit Bars und Restaurants in vielen schmalen Gassen, Treppen und Wegen, umgeben von dicken Mauern. Sehenswert für Bastia Urlauber sind das Ethnographische Museum im Gouverneurspalast sowie die Kathedrale Sainte-Marie und die Chapelle Sainte-Croix.

Altstadt von Bastia

Strände in Bastia

  • Kleine Kieselstrände beim Sporthafen im Norden der Stadt
  • Strand von Marana (Plage de Marana).
    10 km langer Sandstrandgürtel südlich von Bastia entlang des Naturschutzgebietes Étang de Biguglia

Ausflugsziele in der Umgebung von Bastia

  • Serra di Pigno

    960 m hoher Hausberg von Bastia, Fahrt mit dem Auto über den Col de Teghime bis zum Gipfel möglich; traumhafter Rundblick über den gesamten Norden der Insel, besonders schön am Abend

  • Étang de Biguglia

    Größter Binnensee Korsikas südlich von Bastia; mit Meerwasserzufluss, daher kein reiner Süßwassersee; Teile der Lagune wurden trockengelegt und werden noch heute landwirtschaftlich genutzt; seit 1994 Naturschutzgebiet; viele Zugvögel und seltene Wasservogelarten können hier beobachtet werden; entlang der Lagune langer Sandstrandgürtel (Strand von Marana)
    Biguglia
    : heute eine kleine Ortschaft mit mittelalterlichem Stadtkern, unter den Pisanern einmal Hauptstadt der Provinz Korsika, 1372 zerstört, in der Folge wurde Bastia zur Hauptstadt ausgebaut

  • Santa Maria Assunta

    Pisanische Kirche südlich von Bastia in der Nähe des Flughafens aus hellem, polychromem Stein, auch La Canonica genannt; umgeben von einer Ausgrabungsstätte der Römersiedlung La Mariana

  • San Michelle de Murato

    Südlich von Bastia; Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit mehrfarbigem Mauerwerk, in wunderbarer Lage einsam auf einem Bergsattel (475m) mit herrlichem Blick über das Nebbio-Gebiet und den Golf von Saint-Florent

Geschichte von Bastia

Die Ursprünge der Stadt gehen bis auf die Römerzeit zurück. Später wurde unter der Vorherrschaft der Genueser der kleine mittelalterliche Fischerhafen Porto Cardo zur Festungsstadt Bastia ausgebaut, die ihren Namen eben von der „Bastion“ (=Festung, genuesisch „bastia“) herleitet. Unter Genua erlebte Bastia eine wirtschaftliche Blütezeit und entwickelte sich im 17. Jahrhundert mit über 10.000 Einwohnern zu einer Großstadt, die von der Landwirtschaft und dem Handwerk der Umgebung lebte. Nach der Zerstörung des Hafens 1730 und mit dem Beginn des Industriezeitalters ging die Bedeutung Bastias als wirtschaftliches Zentrum aber allmählich verloren. Im 18. und 19. Jahrhundert trieben politische Unruhen und Kriege viele Einwohner von Bastia ins Ausland. In mehreren Auswanderungswellen gingen die Bewohner entweder nach Frankreich oder in die französischen Kolonien. Dort waren die Korsen bis ins 20. Jahrhundert in der Kolonialverwaltung sehr stark vertreten. Im 2. Weltkrieg wurde Bastia schwer beschossen und beschädigt. In den 1950ern entwickelte sich im Süden der Stadt ein neues Industriegebiet und heute ist Bastia mit seinem Ballungsraum wieder das führende wirtschaftliche Zentrum der Insel.

Das heutige Bastia ist dreigeteilt: Der ehemalige Bastions-Stadtteil mit der Zitadelle und dem Gouverneurspalast ist heute die Terra Nova, an ihrem Fuß nördlich des alten Hafens liegt die Altstadt, die Terra Vecchia, mit vielen dreistöckigen Häusern aus dem 16.-18. Jahrhundert. Westlich des Hafens schließt sich die moderne Neustadt mit ihren breiten Straßen und Plätzen an. Seit 1984 trägt ein Straßentunnel, der unter der Zitadelle und dem alten Hafen verläuft, zur Entlastung des Verkehrs in der Innenstadt bei.

Zitadelle von Bastia

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