Zum Jubiläum 2019 wieder nach Korsika

Die Pioniere der 50er-Jahre

Sechzig Jahre sind eine lange Zeit. Vieles hat sich seither verändert. Wer heute Korsika im
„Störrischen Esel“ genießt, ahnt wohl kaum mehr etwas von den Pioniertaten der ersten Urlauber in dieser faszinierenden Landschaft . Der „Störrische Esel” wurde in diesem halben Jahrhundert gewissermaßen zu einem Markenzeichen für ganz besondere Ferienerlebnisse auf der Insel Korsika. Wahrlich ein Grund zu feiern und diese lange Zeit Revue passieren zu lassen.

Als Willi Doderer 1955 erstmals mit einigen Kameraden vom Alpenverein Dornbirn nach
Korsika reisen wollte, wurde ihm von diesem Unterfangen abgeraten: dort wären nur Disteln
und Schlangen zu erwarten. Doch was ihn und seine Freunde dort empfing, war überwältigend.

Geburt eines Feriendorfes

Bestärkt von diesen Eindrücken wagte er 1959 dieses Abenteuer mit einer Gruppe zu wiederholen. Die Ursprünglichkeit der Landschaft, die Faszination der Bergwelt, die unberührten Strände mit tiefblauem Meer, das gute Klima und das stetig schöne Wetter begeisterten alle. So wurde diese Reise zur Geburtsstunde des Feriendorfs „Zum störrischen Esel“. Denn gleich schon im Jahre 1960 schrieb man in der Alpenvereins-Zeitung von Juli bis Ende August Turnusfahrten aus. Das Interesse unter den Mitgliedern war enorm: mehr als 600 Gäste verbrachten in diesem Jahr ihren Urlaub im „Ferienlager direkt am Strand von Calvi”. 1983 gab es erstmals Flüge, damals mit der „Tyrolean“ ab Innsbruck nach Calvi. Doch davor legte man viele Jahre die Strecke von Vorarlberg nach Nizza mit dem Bus zurück.

Zwei Tage Anreise damals …

Lange, beschwerlich und abenteuerlich war die Anreise. Die Busfahrt führte in den ersten Jahren über den Julier- und Malojapass an den Comosee und weiter nach Mailand, Turin und schlussendlich über den Col di Tenda nach Nizza. Fünfmal musste man die Grenze passieren. In Nizza begann eine siebenstündige Überfahrt mit dem Schiff . Die Reise zog sich zwei Tage in die Länge, sodass jedesmal auf der Strecke genächtigt werden musste. Über die Jahre wurden die Route glücklicherweise durch neue Straßen und Tunnels immer kürzer. Damals vermittelte die Einfahrt in den Hafen von Calvi durch die teils verfallenen Häuser der mächtigen Zitadelle den Eindruck, am Ende der Welt angekommen zu sein. Auf dem Campingplatz im Pinienwald vor den Toren des Städtchens Calvi wohnten die Gäste in Zelten und wurden aus der Lagerküche von Köchinnen bestens verpflegt. Zum herrlichen Sandstrand war es nur ein Katzensprung. Gemeinsame Bergerlebnisse, fröhliches Beisammensein und auch der „vin corse” trugen viel zu unbeschwertem Ferienerlebnis und zur Stimmung bei.

Beim Ausbau halfen Gäste

Bereits im Jahr 1962 wurde gemunkelt, dass auf unserem Campingplatz ein Hotel errichtet würde und wir keine Bleibe hätten. Einflussreiche Korsen aus Calvi verhalfen uns damals zu einem neuen Grundstück. Ein meterhoch bewachsenes Maquisfeld musste zuerst gerodet werden. Dann wurden entsprechende Einrichtungen wie eine überdachte Terrasse mit Küche und eine Sanitäranlage geschaffen, bevor am 15. Juli 1964 die ersten Gäste in unserem eigenen Feriendorf einziehen konnten.

Im Folgejahr konnten neben der Zeltunterkunft bereits sogenannte Bungalows den Gästen angeboten werden. Nicht unerwähnt bleiben darf, wie viele Gäste ihre kostbaren Urlaubstage für die Mithilfe opferten. Im Jahr 1969 zwang uns ein Nachbar seine verlotterte Hotelanlage zu übernehmen… Ab der folgenden Saison hatten wir auf einen Schlag ein sieben Hektar großes Gelände zur Verfügung.

Die Sanierung der alten Hotelanlage mit den vierzig Bungalows, dem Restaurant, der Küche,
dem Schwimmbad usw. erfolgte in Etappen und nahm mehrere Winter in Anspruch. Ein Verwaltungsgebäude mit Rezeption und weitere Bungalows wurden errichtet. Ein
besonderes Anliegen war uns, die Küche den neuen Hygienevorschriften sowie das Restaurant samt Angebot aus Küche und Keller den gestiegenen Bedürfnissen anzupassen. Ab 1995 ging es daran, die Unterkünfte des Feriendorfes zu revitalisieren. Seitdem wird ein Wohnkomfort geboten, der als guter Standard bezeichnet werden kann. Einige „Holzbungalows“ und sogenannte Wohnzelte ergänzen das Angebot. Neue Gartenanlagen mit einheimischen Sträuchern wurden auf dem sieben Hektar großen Parkgelände angelegt. Die Vielzahl an Pflanzen und blühenden Sträuchern werden von den Gästen außerordentlich geschätzt. Bewältigt werden konnten diese Investitionen durch den großen Zuspruch an Besuchern, die uns überall die Jahre die Treue gehalten haben. Viele unserer Stammgäste haben diese ein malige Entwicklung miterlebt und erinnern sich noch gerne an frühere Zeiten. Oft waren sie selbst mit dabei, wenn es hieß, Hand anzulegen.

Erholsamer Urlaub mit aktiver Note

Heute reisen die Urlauber komfortabel mit dem Flugzeug nach Calvi, beziehen dort ihre bequeme Unterkunft und lassen sich kulinarisch verwöhnen.

Nach wie vor ist es aber unser Bestreben, den Gästen die ganze Schönheit der Insel – ihre
Düfte, ihre Farben, ihre Natur – aktiv zu vermitteln. Unter anderem durch ein reichhaltiges Angebot an Ausflügen mit dem Fahrrad und zu Fuß von der Küste bis hin zu den höchsten
Bergen. Das Feriendorf verstand sich bereits in den Gründerjahren als ein Stützpunkt, von dem aus die ganze Insel erkundet werden kann. Auch heute noch liegt ein Schwerpunkt im umfangreichen, wöchentlich wechselnden Ausflugs- und Tourenangebot unter professioneller Führung. Längst ist der “Störrische Esel” für viele Gäste jeden Alters und insbesondere auch für Familien so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Im Jubiläumsjahr dürfen wir die Hoffnung aussprechen, dass unser Feriendorf auf der „Insel der Schönheit“, wie Korsika liebevoll genannt wird, noch viele Jahre die Urlaubserwartungen seiner Besucher erfüllen und möglichst übertreffen kann. Denn es ist der Wunsch vieler „Korsikanerinnen“ und „Korsikaner“, wie man früher gerne die Gäste (und weniger die Einwohner) nannte, dass der „Störrische Esel“ in seiner einmaligen Art und Weise so bleibt, wie er ist.

Kurt Müller

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