Sehenswerte Landschaften auf Korsika

Herz der Calanche

Korsika bietet bei herrlichem Wetter vielerlei Ausflugsmöglichkeiten für die ganze Familie: Schwimmen, Wandern, Klettern, Canyoning… Zusätzlich sind folgende atemberaubenden Gegenden einen Besuch wert und lassen sich sogar gut mit einem tollen Tagesausflug kombinieren.

Spelunca Schlucht (Gorges de Spelunca)

Diese Schlucht liegt westlich des Col de Vergio auf der D84 zwischen Porto und Evisa. Die Straße verläuft oberhalb, doch am Fuße der Schlucht gibt es einen Wanderweg – ein Teil des „Tra Mare e Monti“ – entlang des Flusses Porto. Er beginnt am Friedhof in Evisa, passiert unter anderem die typisch genuesische Brücke „Ponte a Zaglia“ und viele Badegumpen bei einem Höhenunterschied von 620 Metern mit Endziel Ota – jedoch geht nur der gleiche Weg retour. Die Berge erinnern ein bisschen an den Gran Canyon, nur viel kleiner, weshalb sich auch die aussichtsreiche Fahrt auf der D84 lohnt. Der Hafen von Porto gehört zur kleinen Gemeinde von Ota, welches beschaulich zwischen den fruchtbaren Hängen liegt.

Genuesische Brücke in der Spelunca-Schlucht

Scandola

ScandolaIst eine Halbinsel im Westen von Korsika und wurde 1975 als erstes Naturschutzgebiet mit 900 m² zu Land und 1000 m² zu Wasser erklärt. Seit 1983 zählt sie aufgrund der vertikalen Ryolithsäulen, die es nur auf Island und in Scandola gibt, sogar zum UNESCO Weltnaturerbe. Die wunderschönen Felsformationen und das tiefblaue Wasser mit einem reichhaltigen Fischvorkommen machen den Besuch zu einem Erlebnis. Jedoch ist das Betreten der Halbinsel außer an den speziellen Stränden strengstens verboten, so dass nur ein Bootsausflug zum Bestaunen in Frage kommt. Kommerziellen Veranstaltern ist das Anlegen dort nicht gestattet, doch Segler können die Schönheit in vollen Zügen genießen und Schnorcheln wo sie wollen. Tauchen mit Flasche ist für alle streng verboten. Ausflüge werden von Porto und Calvi sowie von Ajaccio angeboten. Fischadler und Kormorane, Wolfsbarsch und Delphine sind nur einige ständige Begleiter auf diesem unvergesslichen Ausflug. Einige Anbieter legen auch in Girolata, einem nur zu Fuß oder per Schiff zu erreichenden kleinen Fischerdorf, an.

Calanche

Die Calanche, südlich von Porto, ist wohl eine der meist besuchten Naturwunder Korsikas. Sie gehört ebenso wie Scandola seit 1983 zum UNESCO – Weltnaturerbe. Calanche bedeutet „Fjordartige Bucht“ und der Begriff stammt aus den Seefahrerzeiten, die bei Schlechtwetter Schutz in den nur auf dem Seeweg zu erreichenden kleinen Buchten fanden. Touristen bestaunen vor allem die wunderschönen, bizarren Felsformationen in 400 m Höhe über dem Meeresspiegel, unter ihnen das bekannte Cœur de Calanche. Die enge D81 Richtung Ajaccio führt geradewegs durch den zum Nationalpark gehörenden Felsenmeer aus rötlich schimmerndem Granit. Auch kleine Wanderungen lassen sich dort unternehmen, z.B. vom „Tête du Chien“; vom Capu d’Ortu kann man eine großartige Sicht auf die Flanken der Calanche genießen. Das Châlet „Les Roches bleues“ ist ein kleines Café am Wegesrand, von dem man ein tolles Panorama zum Sonnenuntergang über die blutrot-scheinenden Felsen hat.

Calanche

Bavella

Das Bavella-Massiv ist zwar nichts das höchste, dafür aber eines der schönsten auf Korsika. Im Süden Korsikas, in der Region Alta Rocca, passiert man auf der D268 den Col de Bavella, von wo aus man eine wunderschöne Aussicht auf die „Nadeln“ (Aiguilles de Bavella) hat. Sie werden auch die „Dolomiten Korsikas“ genannt. Ambitionierte Wanderer sollten es sich nicht nehmen lassen, die 7 Felstürme zu erklimmen. Auch der GR 20 führt hier vorbei und endet ein Stück weiter südlich bei Zonza (Conca). Die unberührte Natur bietet auch um die Türme tolle Wanderwege. Unterhalb des Passes gibt es diverse Einkehr- und Campingmöglichkeiten und auch Klettern und Canyoning am Fuße des Massivs sind sehr beliebt. Gerade in der untergehenden Sonne bietet sich ein atemberaubendes Panorama mit kräftigem Farbenspiel auf die schroffen Bergspitzen. Selbst der Weg Richtung Südosten offenbart einzigartige Landschaften. Vorbei an den Wasserfällen Cascades de Piscia Gallo und der Talsperre L’Ospedale gelangt man schließlich nach Solenzara ans Meer.

Bavella-Massiv

Scala di Santa Regina

Die „Treppe der Himmelskönigin“ liegt entlang der erst 100 Jahre alten D84, zwischen Porto und Ponte Lecchia. Der Legende nach hat es einen Kampf zwischen dem Hl. Martin und dem Teufel gegeben, der aus Wut mit einem Pflug eine Schneise in den Fels geschnitten hat. Die Jungfrau Maria beendete den Kampf zu Gunsten des Heiligen und die Scala di Santa Regina war entstanden. Geologisch betrachtet, hat sich der Golo, mit 84 km längster Fluss Korsikas, seinen treppenartigen Weg durch die 15km lange Schlucht gegraben. Einst Maultierpfad und Verbindungsweg der Hirten vom Meer zu den höchsteglegensten Dörfern der Insel, wie Casamaccioli und Calacuccia, ist der alte Transhumanzweg mit seinen 84 Serpentinen oberhalb der Straße heute ein beliebter Wanderweg. Richtung Westen geht es am Stausee von Calacuccia vorbei durch den Forêt de Niollu hinauf auf den höchsten Pass der Insel, den Col de Vergio. Dabei durchquert man verschiedene Vegetationsstufen und sieht das wirkliche Korsika. Unser Tipp: Weiter fahren Richtung Porto, so durchquert man auch gleichzeitig die Spelunca-Schlucht.

Scala di Santa Regina

Löwe von Roccapina

Roccapina ist eine kleine Bucht westlich von Bonifacio und liegt inmitten eines Naturschutzgebietes. Am Ende der ehemaligen Piraten-Bucht liegt ein rötlicher Granitblock in Form eines Löwen. Der Legende nach handelt es sich um einen Adligen mit dem Spitznamen „Der Löwe“, der zu Stein erstarrte, als ihn eine junge Frau verschmähte. Seither wacht der steinerne Riese über das Meer. Zu seinen Füßen liegt eine wunderschön geschützte Sandbucht mit weißem, feinen Sand und hellblauem Meer. Die Zufahrt erfolgt von der N196 vor der Auberge de Coralli. Der Weg hinunter zum Strand ist sehr holperig – doch hat man es einmal geschafft, so wird man von karibik-ähnlichem Flair umfangen.

Revellata

Nur 5 km von Calvi entfernt am äußersten Punkt des Golfes von Calvi liegt eine Landzunge aus Granit, von dessen Ende man einen fantastischen Blick auf Calvi, Ile-Rousse, das Cap Corse und auf die höchsten Berge der Insel genießen kann. Auf der Spitze befindet sich seit 1844 100 m über dem Meer der Leuchtturm „Phare de Revellata“, der seit 2001 zum Patrimoine de France gehört und unter Denkmalschutz steht. Am Wasser befindet sich noch die belgische meeresbiologische Forschungseinrichtung STARESO, ansonsten ist die kleine Halbinsel unbewohnt. Nur wer ein geländetaugliches Fahrzeug hat, wagt sich die Schotterpiste am Anfang hinunter, andere lassen das Auto auf dem Parkplatz stehen und laufen hinunter zum schön gelegenen Restaurant „Mar A Beach“. Von dort führt auch der „Sentiers de Douaniers“ an der Küste entlang bis nach Calvi. Oder an vielen kleinen Schnorchelplätzen vorbei am Ostufer über einen Trampelpfad hinauf zum Leuchtturm. Die felsige Westküste offenbart mehrere Höhlen auf Meeresspiegel-Niveau, die nur über den Seeweg zu erreichen sind. Unter ihnen wird bei Schiffsexkursionen von Calvi aus die 200 m tiefe „Grotte des Veaux Marins“ besucht, in der bis in die 70er Jahre hinein noch die Mönchsrobbe lebt.

Revellata

Punta di Spanu

Gegenüber der Revellata liegt die Punta di Spanu, die das nördliche Ende des Golfes von Calvi bildet. Dort sind einst die Spanier gelandet, woher der Name stammt. Immer entlang der Küste, an Genuesentürmen vorbei, lädt dieser wilde Abschnitt zum Wandern oder auch nur Baden ein. Dort reiht sich eine kleine Bucht an die andere und die bizarren Tafoni-Granitfelsen bieten Schatten und in jedem Fall tolle Fotomotive. Schnorchel und Flossen nicht vergessen!

Punta Di Spanu

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